Die Rollen im agilen Management.
Macht da jetzt jeder was er will?

Agiles Projektmanagement, ist das nicht kurz vor Anarchie? Das ist die Befürchtung mancher Manager und Abteilungsleiter. Agil – das klingt flexibel, locker, leichtfüßig. Zu locker vielleicht? Vor allem reduzieren agile Vorgehensweise Komplexität. Gleichzeitig kommen sie mit wenigen Rollen aus und halten sich dennoch an klar miteinander abgestimmte Abläufe.

Klar definierte Rollen

Mit nur drei Rollen kommt die agile Methode Scrum aus: es gibt den Product Owner, das Umsetzungsteam und den Scrum Master.

Der Product Owner

Der Product Owner ist Eigentümer des Projekts, er ist für den Erfolg verantwortlich, für das Was. Er entwickelt die Vision des Projekts und vertritt die Kundenseite. Der Fokus des Product Owners liegt auf der zügigen und sinnvollen Entwicklung. Er strukturiert das Projekt, pflegt das Product Backlog und achtet darauf, dass wichtige Themen und Features zuerst entwickelt und abgearbeitet werden. Idealerweise ist der Product Owner mit allen Vollmachten des Kunden und des Managements ausgestattet, seine Entscheidungen werden respektiert und mitgetragen. Nur er kann dem Team Aufgaben übertragen.

Das Umsetzungsteam

Wie der Name schon sagt – das Umsetzungsteam ist für die Entwicklung und Umsetzung des Produkts oder Projekts, für das Wie verantwortlich. Idealerweise besteht es aus 3 bis 9 Personen. Das Team arbeitet funktionsübergreifend zusammen – die Teammitglieder bringen unterschiedliche Kompetenzen mit, die für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts benötigt werden. Auf Grund der kleinen Teamgröße sind schnelle Abstimmungen auf direktem, persönlichem Weg möglich. Das Team ist dafür verantwortlich, dass die jeweiligen Ziele eines Entwicklungszeitraums (Sprint) erreicht werden. Es organisiert sich selbst und handelt eigenverantwortlich. Die anstehenden Aufgaben werden in gemeinsamer Abstimmung verteilt. Die Grundvoraussetzung, dass das Team gut zusammenarbeiten kann ist Vertrauen – Vertrauen untereinander und Vertrauen des Managements in die Fähigkeiten und das Engagement des Teams.

Der Scrum Master

Er oder sie ist der Meister der Methode. Der Scrum Master vermittelt die Methode und ist verantwortlich für die Scrum-Regeln. Er stellt die Rahmenbedingungen sicher, damit das Team ungestört arbeiten kann und sorgt dafür, dass der Prozess zielgerichtet verläuft. Als Vermittler und Unterstützer beseitigt er Hindernisse, die das Umsetzungsteam in seiner Arbeit behindern und strebt ständige Optimierung an. Er hilft dem Team, die Arbeit zu organisieren und schützt es vor unberechtigten Eingriffen während des Sprints. Der Scrum Master ist im besten Sinne Coach des Teams, der Anregungen gibt, unterstützt und das Beste im Team entfaltet. Was er deshalb auf keinen Fall tut, ist die Rolle des Chefs für das Team zu übernehmen oder vorzuschreiben, wer welche Arbeit auf welche Art und Weise zu erledigen hat.

In meinem nächsten Artikel in der Agile-Reihe gehe ich auf den (sehr strukturierten) Scrum-Prozess und auf Timings im agilen Projektmanagement ein.