Digitale Transformation.

Wie können Unternehmen den digitalen Wandel voranbringen? Wie können sie veränderungsbereiter werden und eine innovative Kultur etablieren?

Am Mittwoch war ich Teilnehmerin beim tools talk in Berlin. In einer vielseitigen und spannenden Expertenrunde haben wir über den digitalen Wandel in Unternehmen diskutiert. Mit dabei waren Jürgen Stehle, Senior Account Executive von Salesforce, Franziska Gräfin von Hardenberg, Gründerin und CEO von BLOOMY DAYS, Christian Marchsreiter, CEO von smartwork solutions und Julian Heister, Senior Product Marketing Manager bei Microsoft. Moderiert wurde der talk von Katja Gross, Projektleiterin der tools, der Messe für webbasiertes Arbeiten, die im Juni in Berlin stattfindet.

Pressefoto tools talk_Podium

Austausch und Mut: wichtige Zutaten für eine gelungene Transformation

„Entweder stellen sich Unternehmen den Herausforderungen oder sie verpassen den Absprung in das neue digitale Zeitalter. Wenn das Wissen nicht intern aufgebaut werden kann, muss man bereit sein, sich externe Hilfe zu holen. Es geht um Schnelligkeit und Agilität.“ Franziska Gräfin von Hardenberg ist überzeugt, dass der digitale Wandel unaufhaltsam ist. Auch für Jürgen Stehle beginnt die Digitale Transformation im Kopf. „Es benötigt noch sehr viel Mut, über Grenzen hinaus zu denken! Nur wer alle Prozesse von Grund auf überdenkt und keinen Stein unumgedreht lässt, hat eine Chance, an dieser zukunftsweisenden Entwicklung zu partizipieren.“ „Die meisten Menschen haben den Digitalen Wandel im Privaten bereits vollzogen“, meint Christian Marchsreiter, „aber im Beruflichen haben sie dazu oftmals nicht die Möglichkeit, weil sich viele Unternehmen noch nicht – genügend – trauen, modernen Technologien eine Chance zu geben und sie einzuführen.“ Julian Heister fügte hinzu: „Die Transformation zu einem digitalen, neuen Arbeitsplatz, ist in einem fortlaufenden Prozess und lebt von immer neuen Ideen und einem Austausch über Firmen und Branchen hinaus.“

 

Innovationskultur schaffen

„Wenn es so weitergeht wie bisher, geht es irgendwann gar nicht mehr weiter.“ Bis zu dieser Erkenntnis ist es oft ein weiter Weg. Menschen und Unternehmen ändern sich oft erst dann, wenn es wirklich dringend wird.

Aber ist es dann nicht schon zu spät? Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen Entwicklungen antizipieren und ein Klima für Innovationen schaffen. Dazu gehört auch, eine Veränderungskultur zu etablieren in der sich Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen in der Entwicklung neuer Ideen und Lösungen unterstützen. Eine Kultur, in der Spaß an Innovationen und an kontinuierlicher Veränderung gelebt werden und in der bereichsübergreifendes Lernen zum Alltag gehört.

In meinen Change Beratungen und Coachings erlebe ich oft die Hürden, die Veränderungen für Organisationen mit sich bringen. Widerstände und auch emotionale Blockaden sind ganz normal, wenn sich Dinge verändern. Wichtig ist, die Emotionen ernst zu nehmen, Widerstände nicht zu übergehen und zu hoffen, dass schon alle irgendwie mitkommen. Hierbei hilft der Dialog mit allen Beteiligten, um das Wissen und die Erfahrungen aller zu integrieren und die Menschen auch wirklich zu erreichen. Werden Schwierigkeiten offen adressiert und wird kreativ an Lösungen gearbeitet, liegt hierin die große Chance, eine Lern-, Fehler- und Querdenkerkultur zu schaffen und auch mit zukünftigen Herausforderungen konstruktiv und aktiv umzugehen.

Zeit für Failure-Stories?

„Fail fast“ klingt gut, aber wo sind die Stories dazu? Ist es neben Success-Stories also eventuell auch Zeit für Failure-Stories, um nicht immer so zu tun, als liefe alles super, fragte Katja Gross beim tools talk. Ein treffender Vorschlag wie ich finde, um aus Fehlern zu lernen und denselben Fehler nicht mehrmals zu machen. Dafür braucht es natürlich Mut und eine Kultur, die offen mit Fehlern umgeht, in der Fehler als willkommener Beitrag zur Lernkurve gesehen werden. Diese Offenheit kann dazu beitragen, die noch vorhandene Angst vor der digitalen Transformation abzubauen.

Podiumsteilnehmer v.l.: Julian Heister, Jürgen Stehle, Katja Gross, Kerstin Sarah von Appen, Franziska von Hardenberg, Christian Marchsreiter, Julian Riedlbauer
Podiumsteilnehmer v.l.: Julian Heister, Jürgen Stehle, Katja Gross, Kerstin Sarah von Appen, Franziska von Hardenberg, Christian Marchsreiter, Julian Riedlbauer
Die Kernaussagen des Abends:

Veränderungen erfordern also den Mut, Altbewährtes in Frage zu stellen. Flexibilität im Handeln, setzt Flexibilität im Denken voraus. Und: Auf diese Reise müssen alle Generationen mitgenommen werden!

Meine 5 Tipps, um Veränderungen in Unternehmen leichter zu machen: 
  • Partizipation als Erfolgsfaktor für Veränderungen: durch echten Dialog alle beteiligen.
  • Herz-Faktor. Veränderungen beginnen im Kopf, sollten dort aber nicht aufhören. Menschen und Organisationen gehen durch verschiedene emotionale Phasen in Veränderungen in denen unterschiedliche Kommunikations- und Führungsstile gefragt sind. Emotionen und Bedürfnisse ernst nehmen!
  • Widerstand gehört dazu. Oft sind die Treiber von Veränderungen schon einige Schritte weiter als ihre Organisation und Mitarbeiter. Widerstände ansprechen und Lösungen suchen, nicht übergehen!
  • Mindset Kreativität: Jeder kann kreativ sein! Kreativität auf spielerische und lockere Art fördern.
  • Bereichs- und generationenübergreifendes Lernen etablieren, um die volle Innovationskraft eines Unternehmens auszuschöpfen.