Von Susanne Langer

Setzen Unternehmen in der Personalentwicklung eher auf internes oder auf externes Coaching? Welche Konzepte erweisen sich dabei als erfolgreich?

Zu dieser Frage lud die International Coach Federation ICF Berlin am
25. September 2012 zu einer Podiumsdiskussion ein. Der Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland als Preisträger des Berliner Coaching-Preises der ICF 2011 stellte den Rahmen zur Verfügung – über 100 Gäste kamen in den eleganten Tagungsraum hoch oben im futuristischen Glasgebäude der Mercedes-Benz-Welt am Salzufer.

Auf dem Podium diskutierten Christoph Fincken und Paul Linsel, beide Mercedes-Benz „Service mit Stern Beratung“, Holger Haenecke, Manager of Professional Development McKinsey & Company sowie Nadjeschda Taranczewski, Master Certified Coach der ICF.
Durch den Abend führten Kerstin Sarah von Appen und Martin Jessen von der International Coach Federation Berlin.

„Wo sehen Sie Vor- und Nachteile von internen und externen Coaches?“, erkundigte sich Kerstin von Appen bei den Referenten. Christoph Fincken hat oft erlebt, dass die Mitarbeiter schneller Vertrauen fassen zu jemandem, den sie bereits aus der Branche kennen. Dieses Insiderwissen ist ein großer Vorteil und manchmal auch genau der Nachteil. „In großen Unternehmen gibt es ja auch eine offizielle oder inoffizielle Hackordnung.“ ergänzt Nadjeschda Taranczewski. Als externem Coach sehen die Mitarbeiter in mir eher eine neutrale Person, und genau das ist manchmal hilfreich.“ McKinsey bietet seinen Mitarbeitern seit vielen Jahren sowohl internes als auch externes Coaching. „In einigen Situationen kann ich als ehemaliger Berater und interner Coach schneller zum Kern vorstoßen oder eine Empfehlung geben. In anderen Fällen sucht der Mitarbeiter gezielt einen Blick von außen.“, berichtet Holger Haenecke.

Egal ob intern oder extern, ein Coach kann auch schnell in einen Interessenskonflikt geraten, wenn die Ziele des Klienten im Widerspruch zu den Zielen des Unternehmens stehen. „Wie gehen Sie mit solchen Konflikten um?“, fragt Martin Jessen. „Mitarbeiter fragen sich bei uns häufig, ob sie bleiben oder gehen wollen. Wenn diese Frage offen gestellt wird, dann können wir gemeinsam nach neuen Lösungen suchen. Das ist viel besser für das Unternehmen und den Kollegen als eine innere Kündigung.“, macht Holger Haenecke deutlich. Nadjeschda Taranczewski ergänzt: „ Der Gedanke nach einer neuen Anstellung ist oft ähnlich wie der Trennungswunsch vom Partner. Mit dem neuen Partner wird ja danach nicht alles anders. Im Coaching sehen wir uns dann die Frage an, welche eigenen Verhaltensweisen mit in den neuen Job wechseln und dann möglicherweise für ähnliche Probleme sorgen.“

Letztlich leistet Coaching auch einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsmanagement. „Mitarbeiter können beispielsweise bei McKinsey im Programm „Personal Time“ zwischen zwei Beratungsprojekten eine Auszeit nehmen, um die Welt zu bereisen, bei ihrer Familie zu sein, in einem Orchester zu spielen oder die Alpen mit dem Rad zu überqueren.“, berichtet Holger Haenecke.

Die International Coach Federation Berlin will auch in Zukunft erfolgreiche Coachingkonzepte aus Unternehmen auszeichnen. „Auch im nächsten Jahr verleihen wir wieder den Berliner Coaching Preis. Wir bereiten gerade die Ausschreibungsunterlagen vor und freuen uns, wenn zahlreiche Berliner Unternehmen ihre Best Cases vorstellen“ schließt Kerstin von Appen die lebhafte Diskussion.

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