Die Verleihung des Coachingpreis der International Coach Federation ICF bildete am 4.11.2011 den Höhepunkt der Berliner Coachingwoche.

Die Mercedes-Benz Autohausberatung der Daimler AG hat in der Kategorie Konzerne/Großunternehmen den ICF Coachingpreis erhalten.
Das Coaching-Konzept „Vom Experten zum Berater zum Coach“ der Daimler AG hat die Jury der International Coach Federation auf allen Ebenen überzeugt. Führungskräfte und Mitarbeiter haben hier gemeinsam einen innovativen und nachhaltigen Weg der Personalentwicklung beschritten, um das Konzernziel „Nummer 1 in der Kundenzufriedenheit in der Automobilbranche innerhalb von 3 Jahren“ zu erreichen.


Sven Dettloff, Daimler AG, Kerstin Sarah von Appen, ICF Germany

Aus der Laudatio für den Gewinner:

Wie schafft man es, rund 56.000 Menschen (allein in einer Vertriebsorganisation!) verteilt auf fast 1.500 Standorte zu erreichen und zu bewegen?
Der Gewinner des Berliner Coachingpreises hatte ein großes Konzernziel, das mit ziemlich viel Aufwand in einer ziemlich kurzen Zeit zu realisieren war:
Und zwar die Nummer 1 in der Kundenzufriedenheit in der Branche innerhalb von nur drei Jahren zu werden!

Dafür wurde ein ganz einzigartiges Beratungs- und Coachingkonzept entwickelt, das ich Ihnen kurz vorstellen möchte:
Die Betriebe mit den schlechtesten Zufriedenheitswerten wurden zur Veränderung der Arbeitsbedingungen und der Zusammenarbeit eingeladen. Eine „Einladung“ ist eine sehr gute Basis für Coaching, da Coaching immer nur dann wirklich gut funktioniert, wenn die Teilnehmer freiwillig dabei sind.
Das Ziel war, die Ursachen für die Unzufriedenheit der Kunden gemeinsam mit den Führungskräften und Mitarbeitern zu beheben. Was sich hier schon zeigt: das Unternehmen glaubt an die Power der eigenen Mitarbeiter!

Das Unternehmen, das den Coachingpreis der ICF erhält, hat einen sehr sorgsamen und sehr modernen Weg der Personalentwicklung gewählt.
Zum einen wurde ein mehrstufiges, umfangreiches Qualifizierungsprogramm für die Prozessberatung eingeführt.
Zum anderen haben zunächst 10 Berater eine Ausbildung zum Coach absolviert, die sich sehr konkret am beruflichen Alltag ausrichtete.

Hierbei spielte auch die Erkenntnis eine Rolle, dass „Widerstandskämpfer“ (also solche Menschen, die meinen an ihnen liege es ja nun wirklich nicht) durch praxisnahes Coaching sehr gut aufgefangen und integriert werden können. Und auch Menschen, die sich mit Veränderungen schwer tun, können durch Coaching gut ermutigt werden.

Für die Coaches wurde ein klares Anforderungsprofil entwickelt und der Leitsatz war „Wir wollen die richtigen für den richtigen Job!“
Zu einem großen Anteil kommen die Coaches aus dem eigenen Unternehmen. Externe Coaches begleiten in Einzelsituationen.
Die neu ausgebildeten Coaches hatten vorab keine berufliche Erfahrung in Qualifizierung und Beratung. Sie waren Experten in ihren Fachgebieten, aber eben nicht im Bereich Coaching/Beratung.

Die Ausbildung der Coaches hat Tools dafür geliefert, einzelne Menschen und Gruppen sehr individuell abzuholen und in Bewegung zu bringen.

Folgende Kompetenzen wurden vermittelt:
• Geeignete Rahmenbedingungen für persönliche Veränderungsprozesse zu schaffen
• Professionelle Coachingvereinbarungen zu treffen
• Ziel- und ressourcenorientiert zu arbeiten
• Strukturierende Fragen zu stellen und förderndes Feedback zu geben
• Übungen passgenau zu machen und verschiedene Coaching-Werkzeuge optimal einzusetzen

Die Coaches wurden dafür fit gemacht, dass sie mit der Vielfalt an Situationen, die in Veränderungsprozessen auftreten, gestärkt und auch geschützt sind.
Dabei werden die internen Coaches auch immer mal von externen Coaches begleitet.
Dass das Unternehmen mit seiner Strategie der Coachauswahl richtig liegt, zeigt sich z.B. daran, dass die Coaches zu 100% weiter empfohlen werden.
Coachingmethoden wurden also bit by bit in die Prozessberatung integriert. In allen Phasen der Beratung wird Coaching nun flexibel und bedarfsgerecht eingesetzt.

Die Überzeugungen des Unternehmens haben auch die Jury überzeugt. Das sind z.B. Überzeugungen wie:
• Veränderung erfordert Zeit und die richtigen Maßnahmen in der richtigen Dosierung. Jeder braucht sein eigenes Tempo
• Die Veränderung arbeitsteiliger Prozesse muss die beteiligten Menschen mitnehmen. Deshalb geht es nicht nur um Prozessberatung, sondern auch um Menschenberatung!

Beeindruckt hat die Jury auch, dass Coaching für alle Funktionen angeboten wird, nicht nur exklusiv für Führungskräfte. Jeder, der im Prozess aktiv ist, kann Coaching nutzen.
Das ist in vielen Unternehmen noch nicht an der Tagesordnung, sondern zeigt eine sehr moderne Haltung: und zwar, dass eine fördernde Unternehmenskultur auf die Herausbildung von Starken auf allen Ebenen ausgerichtet ist.

In der Begründung der Jury für die Verleihung des Berliner Coachingpreises der ICF werden unter anderem folgende Punkte hervorgehoben:
• Coaching wird als Entwicklungsinstrument gesehen, und nicht vorrangig als Problemlösungsinstrument.
• Die Entstehung und das Vorgehen beim Aufbau des Coachings in der Beratergruppe sind sehr beeindruckend und der Anspruch an hohe Qualität wird auf allen Ebenen sichtbar.
• Die Ethikstandards sind klar definiert und die Prozessbewertung ist sehr professionell aufgesetzt.

Das Konzept „Vom Experten zum Berater zum Coach“ hat die Jury überzeugt, weil es Eigenständigkeit, Selbstvertrauen, spürbaren Elan und den Glauben an die Kraft der eigenen Mitarbeiter transportiert und zugleich sehr professionelle Standards darstellt.

Das hoch gesteckte Ziel „Nummer 1 in der Kundenzufriedenheit“ wurde übrigens erreicht!

Das Unternehmen, das heute den Berliner Coachingpreis der International Coach Federation erhält ist die Mercedes-Benz Autohausberatung der Daimler AG.