Auf dem Weg in die digitale Zukunft.

Letzte Woche waren _MEDIATE Geschäftsführerin Dr. Katja Nettesheim und ich mit unserem Digitalschub-Konzept beim Mindener Tageblatt und haben dort den individuell auf das Mindener Tageblatt zugeschnittenen Digitalschub gezündet. Mit zwei Tagen vor Ort ging’s los, am kommenden Mittwoch und Donnerstag geht es weiter.

Redaktion und Verlag haben den Digitalschub gleich zum Start mit zwei Artikeln begleitet. Herzlichen Dank noch einmal für den tollen Empfang, die gute Atmosphäre und den ineressanten Austausch in den Seminaren!

Kräftiger digitaler Schub für das Mindener Tageblatt.

Volles Haus im großen Konferenzraum unterm Dach des MT-Gebäudekomplexes zwischen Obermarkt- und Ritterstraße – und das gleich zweimal hintereinander an einem Tag. Zum Auftakt des verlagsinternen Projekts “Digitalschub” war nahezu die gesamte Belegschaft anwesend. Verlagsleiter Carsten Lohmann und Chefredakteur Christoph Pepper erläuterten die Motivation für das zunächst über zwei Wochen laufende und sämtliche Verlagsabteilungen einbeziehende Weiterbildungs- und Motivationsprojekt:  Zwar stehe das Unternehmen im Megatrend Digitalisierung längst nicht mehr am Nullpunkt. So seien bereits sämtliche Produktions- und nahezu alle Verwaltungsabläufe weitestgehend digitalisiert. Auch gebe es, zum Teil schon seit langen Jahren, bereits rein digitale Produkte und auch immer mehr rein digitale Kundenverhältnisse. Doch stehe man erst am Anfang eines Weges, der das Unternehmen in den kommenden Jahren weiter intensiv verändern werde.

Begrüßung zum Digitalschub beim Mindener Tageblatt. Verlagsleiter Carsten Lohmann schilderte zu Beginn seine ganz persönliche Digitalisierung
Begrüßung zum Digitalschub beim Mindener Tageblatt. Verlagsleiter Carsten Lohmann schilderte zu Beginn seine ganz persönliche Digitalisierung.

Die bereits sichtbar vorhandene Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll mit der Informations- und Mitmachoffensive “Digitalschub” zusätzlich gestärkt werden. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Beratungsunternehmen “_MEDIATE” gibt es dazu in den kommenden Tagen einen Mix von Vorträgen und Seminaren, eine Ideenwerkstatt sowie eine vorläufige Abschlussveranstaltung, in der die während des Projekts gesamelten Themen und Ideen noch einmal präsentiert werden. Prof. Dr. Katja Nettesheim und Kerstin Sarah von Appen eröffneten den Reigen mit einem Impulsvortrag, in dessen Verlauf den Teilnehmern recht schnell deutlich wurde, wie sehr die Digitalisierung längst auch ihr eigenes Privatleben erfasst und – und welche wirtschaftlichen und beruflichen Konsequenzen sie vor allem für Unternehmen der Verlagsbranche hat.

Deutlich wurde dabei, dass in der aktuellen Umbruchphase noch niemand endgültige Lösungswege gefunden hat. Nettesheim und von Appen bestätigten der MT-Mannschaft, sich mit ihrer aktuellen Aufstellung auch im Branchenvergleich durchaus sehen lassen zu können. Für die Zukunft hatten sie vor allem den auch aus eigenem Erleben gespeisten Rat: “Ausprobieren, einfach mal machen, keine Angst vor Flops haben”.

In der kommenden Woche geht es mit abteilungsspezifischen Seminaren für Vertrieb, Anzeigenabteilung und Redaktion weiter, anschließend soll eine kleine abteilungsübergreifende Ideenwerkstatt an Verbesserungen für bereits existierende digitale MT-Produkte tüfteln. Nach Abschluss der ersten Projektphase und Auswertung der dabei gewonnenen Erkenntnisse soll eine Aufbaustufe konzipiert werden.

Unterstützung und Knowhow für die digitale Transformation.

Der zweite Tag beim verlagsinternen Projekt “Digitalschub” beschäftigte sich mit der Psychologie von Veränderungsprozessen und praktischen Beispielen, wie digitale Unternehmen heute arbeiten und wie sie kreative Prozesse und Strukturen für ihren Erfolg nutzen. In zwei abteilungsübergreifenden Intensivschulungen wurden alle Mitarbeiter ins Thema gebracht. Ziel ist es, die Verlagsabteilungen auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten und zu resümieren, was in diesem Bereich in den vergangenen Jahren bereits geleistet wurde. Im Idealfall sorgt der “Digitalschub” nicht nur für viel neues Know-How in den Köpfen, sondern auch für zahlreiche Ideen, wie das Verlagshaus sich künftig digital weiterentwickeln kann.

Prof. Dr. Katja Nettesheim und Kerstin Sarah von Appen vertieften die Themen, die bereits bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag angerissenen wurden, in zwei Seminaren mit den Titeln “Veränderungsfreude” und “Moderne Methoden, die (Leben und) Arbeiten erleichtern”.

Kerstin Sarah von Appen über Wege durch Veränderungen, das Verlassen der Komfortzone und Spaß an digitaler Transformation
Kerstin Sarah von Appen über Wege durch Veränderungen, das Verlassen der Komfortzone und Spaß an digitaler Transformation

Kerstin Sarah von Appen beschäftigte sich in ihrer Schulung zum Thema “Veränderungsfreude” vor allem mit der Frage: Wie wirken sich Veränderungsprozesse auf die eigene Person, auf Teams und ganze Unternehmen aus? Zunächst machte sie dabei allen Mut: Veränderung, so die Botschaft, sei oft nicht angenehm, dennoch sei der Mensch damit auch nicht annähernd so überfordert, wie er das mitunter selbst empfinde. “Am Ende steht sogar meistens ein größeres Selbstbewusstsein, wir trauen uns mehr zu.” Bis dahin sei es aber mitunter ein langer Weg. Vom Schockzustand (Muss ich wirklich?), zur Ignoranz (Vielleicht ändert sich ja noch etwas und alles bleibt wie es ist?) bis hin zur Akzeptanz. “Widerstände sind ganz normal und im Laufe der Zeit findet man Strategien, sie zu überwinden”, sagte von Appen zum Publikum. Dies sei auch Aufgabe der Vorgesetzen: Den Mitarbeitern die Angst zu nehmen und ihnen neue Wege zu zeigen. “Und man muss natürlich seinen eigenen Umgang finden und möglichst aktiv nach Lösungen schauen.” Jeder kann individuelle Strategien finden, die neue Situation anzunehmen und für sich aktiv zu gestalten.

Katja Nettesheim ging in ihrem Seminar “Moderne Methoden, die (Leben und) Arbeiten erleichtern” vor allem auf die Möglichkeiten des “Design Thinking” ein. Die Methode zur Förderung der Kreativität und Entwicklung neuer Ideen setzt vor allem auf eine enge Orientierung am Kunden. Nicht das Bauchgefühl zähle, sondern das, was der treue Kunde sich wünsche, so Nettesheim.

Katja Nettesheim über Design Thinking, Brainstormings und die schnelle Entwicklung von Prototypen
Katja Nettesheim über Design Thinking, Brainstormings und die schnelle Entwicklung von Prototypen

“Fragen sie sich immer: Welches Problem möchte der Kunde mit meinem Produkt lösen?” Häufig komme man so schnell zur Lösung, warum bestimmte Produkte nicht mehr so erfolgreich seien, wie in der Vergangenheit. Mit praktischen Beispielen erläuterte Katja Nettesheim, wie der Kunde der Schlüssel zu einer neuen Ausrichtung des Unternehmens sei. “Definieren sie den Kunden, definieren sie das Problem und dann entwickeln sie Ideen, wie sie es lösen können.” Brainstorming sei dann die richtige Wahl. “Zunächst müssen alle Ideen auf den Tisch, damit keine vergessen wird.” Dann, so der Appell der Expertin, müsse so schnell wie möglich ein Prototyp her, der am Kunden getestet werde. “Das ist viel günstiger, als zunächst die hohen Entwicklungskosten zu zahlen und nachher zu sehen, dass man doch am Kunden vorbei geplant hat”, so die Berlinerin. Digitale Unternehmen profitierten vor allem von Iteration: Entwickeln, Erfolg messen, lernen, entwickeln…” So werde das Produkt ständig verbessert.
Nach den beiden Seminaren ziehen die Expertinnen nun ein Resümee, um die weiteren Schritte des “Digitalschubs” zu entwickeln.

Die Artikel zum Digitalschub beim Mindener Tageblatt finden Sie ebenfalls direkt auf MT.de:
Digitalschub Tag 1 & Digitalschub Tag 2

Fotos: chp