Letzte Woche hat das neue Studienzentrum der SRH Fernhochschule – The Mobile University in Hamburg eröffnet und hatte zum 1. Hamburger Kamingespräch der SRH Fernhochschule eingeladen, um die Eröffnung der neuen Dependance zu feiern. Die Mobile University ist bereits seit einigen Jahren in Hamburg vertreten, und setzt durch den Umzug in eigene Räume nun ein deutliches Signal für den Service für ihre Studierenden und Interessenten im Raum Hamburg. Im Laufe des Jahres wird es hier weitere Vorträge und Fachgespräche mit Unternehmen der Region sowie regionale Events für die Alumni der Mobile University geben.

Als eine der Diskussionsteilnehmerinnen hatte ich die Gelegenheit neben weiteren Experten aus Wirtschaft und Medien über die Herausforderungen der Digitalisierung für Unternehmen und Gesellschaft zu debattieren. Moderiert wurde der Talk von Prof. Dr. Alfred-Joachim Hermanni, Studiengangsleiter für Medien- und Kommunikationsmanagement der Mobile University.

„Analog oder Digital?“ diese Frage stellt sich Frauke Lüpke-Narberhaus (Leitung bento, Jugendportal der SPIEGEL-Gruppe) eigentlich gar nicht mehr. Sie unterscheidet nicht mehr zwischen diesen beiden Bereichen: „Ich kenne nur die eine Arbeitswelt, in der man neugierig ist auf das, was kommt, und sich dadurch permanent weiterentwickelt.“

Aber ist das schon die Regel in Unternehmen? Meiner Erfahrung nach suchen viele Unternehmen nach neuen Möglichkeiten und sind auf einem guten Weg. Offenheit für Neues und für Veränderung sehe ich als essentiell an, um mit der Transformation der Arbeitswelt umzugehen. Wenn Unternehmen es verstehen, Brücken zu bauen und neue Formen der Teamarbeit und Kompetenzvermittlung zu etablieren, wird es sehr viel leichter, mit dem Umbruch der Arbeitswelt so umzugehen, dass Organisationen als Ganzes zukunftsfähig werden und bleiben.

Mitdiskutant Johannes Burr (Leiter Personalmarketing und Changemanagement, Axel Springer SE), nimmt als weitere Herausforderung vor allem die Bereitschaft zur Veränderung von jedem selbst wahr – zum einen in Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten, vor allem aber bezüglich der eigenen Haltungen im Umgang und in der Zusammenarbeit miteinander.

Ebenfalls beim Individuum setzt Karsten Köhler (Bereichsleiter Strategie und Recht, Elmos Semiconductor AG) an: Jeder müsse für sich den abstrakten Begriff ‚Digitale Arbeitswelt‘ definieren und dessen Anforderungen konkretisieren, um dann die eigene Handlungsfähigkeit bestimmen und ggf. verändern zu können, zum Beispiel durch Weiterbildung.

Und auch Prof. Dr. Stephan Weichert (Gründer von VOCER, Direktor Innovation Medialab Hamburg) sieht neue Zusatzkompetenzen in fast jedem Beruf für erforderlich, um in der Digitalisierung nicht überfordert zu werden.

Daran knüpft Prof. Dr. Ottmar Schnecks These der Notwendigkeit einer Bildung 4.0 für die Arbeit 4.0 an. „Ob als flexibler, zeit- und ortsungebundener Projektarbeiter oder generell als Berufstätiger, haben Mitarbeiter immer weniger Zeit für wochenlange Präsenz-Fortbildungen. Wir brauchen also auch zeit- und ortsunabhängiges Lernen und Studieren.“

Dass die Digitalisierung in Form von Algorithmen auch den Einzug in viele Human-Resources-Prozesse halten wird, davon ist Joachim Diercks (Gründer und Geschäftsführer, CYQUEST) überzeugt. „HR ist gut beraten, sich intensiv mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzten, damit die Hoheit über diese Algorithmen auch im HR (Personalwesen) verbleibt und nicht zur IT wechselt“.